Restaurant Schadè, Berlin Wedding

Wir waren vor einiger Zeit mal wieder in der Restaurantszene unterwegs, und da ich meine Prüfungen abgelegt hatte, dachte ich, wir gehen mal mit ein Paar Freunden essen.

Ich fragte meine Freundin, ob sie denn nicht noch einen Tip hätte, wo man hingehen könnte und sie schlug das Restaurant Schadé in Berlin Wedding im Tegeler Weg, unweit des S-Bahnhofs Wedding, vor. Gesagt, getan, wir trafen uns und kehrten ein. Da es noch recht angenehm draußen war, nahmen wir draußen auf den rustikalen Holzgartenstühlen an einem großen Tisch platz.

Bald kam eine sympathische Kellnerin und brachte uns die Karten, die auf mich den Eindruck eines alten Schulhefters machten. Aber das machte nichts, denn wichtig ist ja was drinsteht. Wir schlugen sie auf und wurden überrascht. Es gab viel Auswahl (von Pasta über Salate bis hin zur Grillplatte) und die Preise waren sehr fair (0,5l Bier für nur 2,80 Euro). Ich bestellte mir ein solches mit Sprite gemixt und überlegte, was ich essen sollte. Ich entschied mich für den Burger mit Cheese und Bacon für gut gemeinte 7,50 Euro. Meine Freunde aßen Lasagne (für 3,99 Euro!!!! War heiß, groß und lecker!!!) eine große Hähnchenbrust in absolut leckerer Knoblauchsoße (die übrigens auch sehr gut zu den dazugehörigen Pommes passte) und den ‚Grill-Mix 2’, der mit viel Tam-Tam auf einem Riesenteller serviert wurde. Es war alles dabei, was bei der Masse an Fleisch dabei sein musste, Pommes, Ketchup und ein dicker Klecks Kräuterbutter. Außer teuer, das war nicht dabei, denn dieses wirklich große Essen kostete nur 9,60 Euro.

Als wir gegessen hatten schaute ich mich innen mal etwas um und fand ein sehr gemütliches, romantisches, kleines Lokal vor. Das Inventar sieht sympathisch zusammengewürfelt, aber doch stimmig aus und der Tresen mit dazugehörigem Rückbuffet hatte, dank angenehmer Beleuchtung, einen etwas loungigen Charme. Eine gelungene Schwelle zwischen rustikal und modern. Modern und sauber waren auch die Toiletten, was das Lokal noch sympathischer machte.
Schlussendlich war es mit viel Lachen, Essen und Bier schon wieder schrecklich spät geworden und wir kamen zu dem immer unangenehmeren Teil, dem Bezahlen. Nun brach doch noch ein wenig Chaos aus, denn der Kellner hatte unsere Rechnung verschlampt und wir sagten ihm nun alles einzeln auf. Nach weiteren 15 Minuten kam er wieder, hatte die Rechnung doch noch gefunden (sie war zerknüllt und voller Asche) und er entschuldigte sich dafür glaubhaft. Nun gut, uns wurde langsam kalt und der Kellner musste doch noch rechnen, denn wir wollten ja getrennt bezahlen. Die Gesamtrechnung belief sich auf knappe 65 Euro, was für 5 Personen und 4 Essen nicht zu viel ist. Als er mit dem Separieren fertig war, bezahlten wir alle brav und er entließ uns satt und heiter in die Nacht (nachdem er sich natürlich einigen scherzhaften Frozeleien unsererseits unterziehen musste) und wir zogen von dannen.

Fazit: Es war ein sehr geselliger, lustiger Abend mit netten Menschen und einem etwas verpeilten Kellner, der wie er sagt, erst den dritten Tag dort war. Wir haben geglaubt und verziehen und freuten uns, endlich mal wieder ordentlich satt geworden zu sein, für einen fairen Preis und einer Art ‚Individualentertainment’.

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